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Podium / Leserbriefe

Diskussion und Leserbriefe

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Das Podium ist ein Ort für die öffentliche Diskussion. Hier kommt jeder zu Wort, der sich an einem Fachdialog beteiligen oder überhaupt einfach mal seine Meinung sagen möchte.

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Podiumsbeitrag aus Heft Nr.7


Feng Shui vs. Energie sparen?

Energetische Modernisierungsmaßnahmen beeinfl ussen das Feng Shui eines Hauses. Aber wie wirken sich neue Techniken, z. B. Luftungsanlagen und luftdicht gebaute Häuser auf das Raumklima aus? Wie beeinfl usst die Modernisierung eines Gebäudes das Feng Shui eines Hauses? Diese Fragen stellt die Autorin hier zur Diskussion.

Spätestens seit dem enormen Anstieg des Ölpreises und der damit gekoppelten Erhöhung der Gaspreise ist das Thema Energiesparen in aller Munde. Auch aus Feng-Shui-Sicht ist das Leben mit der Natur ein wichtiges Thema. So äußert sich zum Beispiel Grandmaster Chan in einem Interview in „Feng Shui Aktuell“ folgendermaßen: „Im Augenblick sind die meisten Menschen leider nicht sehr achtsam mit der Natur. Wir zerstören sie. ... Im Feng Shui geht es ja um die Energie, die die Natur uns gibt. Wir bilden Fähigkeiten aus, wie wir die natürliche Kraft positiv für uns nutzen können. Das bedeutet aber auch, dass wir uns im Umkehrschluss um die Natur kümmern müssen.“1
Das heißt auch, dass im Rahmen einer Feng-Shui-Gestaltung das Thema Energiesparen als Zeichen des Respekts vor unserer Umwelt und Natur nicht außer Acht gelassen werden sollte. Allerdings ist es teilweise so, dass sich die Ansprüche an ein gutes Feng Shui und die Erfordernisse einer energiesparenden Bauweise konträr gegenüber zu stehen scheinen. Im Folgenden möchte ich anhand eines Beispiels – dem Mythos des atmenden Hauses – die Wechselwirkungen zwischen den Erfordernissen modernen Bauens und dem Bestreben nach gutem Feng Shui aufzeigen.

Mythos: Das atmende Haus
Derek Walters schreibt in seinem Feng-Shui-Praxisbuch:
„In den modernen ergonomischen Häusern, die fast hermetisch versiegelt sind, bleibt die Luft in einem Raum stehen. Ausgeatmete Luft wird wieder eingeatmet, Kerzen und Zigaretten verbrauchen Sauerstoff. ... Um es auf eine knappe Feng-Shui-Formel zu bringen: Wenn das Qi nicht fließt, stirbt es.“2
Demgegenüber stehen unsere Bestrebungen, Häuser so luftdicht wie möglich zu bauen. Dahinter stecken mehrere Gedanken: Auf diese Weise wird Energie gespart, denn die ungewollten Lüftungsverluste, z. B. durch undichte Fenster- und Türanschlüsse, werden minimiert. Um die Luftdichtigkeit zu überprüfen, kann ein sogenannter Blower-Door-Test gemacht werden (siehe Schaubild 1).
Diese Bauweise verhindert aber auch Bauschäden, da Tauwasserausfall verhindert wird. Gleichzeitig bietet sie verbesserten Schallschutz: Jede offene Fuge erhöht den Schallpegel, der in das Haus eindringt.

Bautechnik: Ein Haus atmet nicht
Stellen Sie eine Kerze unter einen umgedrehten Tontopf (ähnlich der Ziegelwand eines Hauses), und sie werden sehen, dass die Kerze bereits nach kurzer Zeit ausgeht. Also atmet weder der Tontopf noch ein Gebäude. Bereits 1928 stellte der Bauphysiker E. Raisch fest, dass „der Luftdurchgang pro Stunde durch ein einziges Schlüsselloch in einem Zimmer 50 Mal größer ist als durch 1 qm Außenwandfläche.“3
Zu unterscheiden ist dabei zwischen Luftdichtigkeit und Wasserdampfdiffusion. Viele verwechseln das scheinbare „Atmen” eines Hauses damit, dass mit Wasserdampf gesättigte Luft relativ schnell absorbiert wird. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn nach dem Baden oder Duschen der Spiegel beschlägt – oder auch nicht. Dies hängt im Wesentlichen vom verwendeten Innenputz ab. Zum Beispiel absorbiert Lehmputz sehr schnell die Feuchtigkeit und gibt sie dann langsam wieder ab. Diese Eigenschaft nennt man diffu–sionsoffen, genauer wasserdampfdiffusionsoffen. Die Feuchtigkeit wird also zunächst vom Innenputz absorbiert, was für den Laien so aussieht, als ob die feuchte Luft „weggeatmet” worden wäre.
Luftdichtheit darf also nicht mit Diffusionsdichtheit verwechselt werden. Ein Ölpapier oder bestimmte Folien sind z. B. luftdicht, aber diffusionsoffen. Auch ein normaler Innenputz ist luftdicht, jedoch genügend diffusionsoffen. So verhindert auch eine Außendämmung nicht die Wasserdampfdiffusion durch ein Bauteil.

Das luftdichte Haus aus Feng-Shui-Sicht
Bei einer luftdichten Gebäudehülle gibt es nur sehr wenige Schlitze, Fugen, etc., durch die ein Luftaustausch stattfinden könnte (z. B. die Fuge zwischen Fenster und Wand, siehe Schaubild 2). Dabei muss man das „könnte“ betonen, denn an einem windstillen Tag, bei fast gleicher Innen- und Außentemperatur findet auch durch undichte Fugen so gut wie kein Luftwechsel statt (vgl. Schaubild 3). Richtig ist: Bei Neubauten oder sanierten Häusern muss man darauf achten, konsequent zu lüften – indem man die Fenster öffnet. Dies gilt allerdings weniger, weil sonst „der Sauerstoff im Haus verbraucht ist“, sondern um die Luftfeuchtigkeit und das Kohlendioxid aus dem Haus zu leiten. Alternativ kann man natürlich auch eine Lüftungsanlage einbauen, die das Lüften ganz automatisch erledigt. Entgegen der Einstellung von Derek Walters ist also die Luftqualität gerade in einem Neubau unter Umständen wesentlich besser als in einem Altbau – da die Luftzufuhr kontrolliert und geregelt werden kann.
Viele Bauherren und Sanierer stehen allerdings (instinktiv?) einer Lüftungsanlage eher ablehnend gegenüber. Auch die gesetzlich vorgeschriebene luftdichte Bauweise ruft oftmals Skepsis hervor (siehe Schaubild 4). Woran liegt das eigentlich? Steckt hinter einer luftdichten Gebäudehülle vielleicht mehr als die vielen bauphysikalischen Vorteile, die sie mit sich bringt?
Derek Walters schreibt, dass ein Haus verschiedene Arten von Qi, Lebensenergie, benötigt, um ein gutes Feng Shui zu erhalten. Diese Arten von Qi sind z. B. atmosphärisches Qi (frische Luft), beleuchtendes Qi (Tageslicht), wärmendes Qi und mobiles Qi (Zuwegung, Wasserlauf). Alle diese Arten von Qi sind meiner Meinung nach in einem durchschnittlichen, modernen Niedrigenergiehaus vorhanden: Große Fenster, um Luft und Licht einzulassen, natürlich eine Heizung und sicher auch ein Gebäudeeingang. Meine Überlegung ist es, dass in dieser Aufzählung ein Punkt fehlt, der mit der heutigen Qualität von Neubauten und sanierten Altbauten (luftdichte Gebäudehülle, dreifachverglaste Fenster, dicke Wärmedämmung auf den Außenwänden) an Bedeutung gewinnt: Ein „Geräusch-Qi“.
Die luftdichte, dick in Wärmedämmung eingepackte Außenhülle eines Gebäudes sorgt dafür, dass wesentlich weniger Geräusche von außen in das Haus gelangen. Was im Prinzip, wenn man an einer viel befahrenen Straße wohnt, absolut positiv ist. Aber was ist, wenn ich den Vogel zwar vor meinem Fenster sitzen sehe, ich ihn aber nicht singen höre? Ist diese geräuschliche Abgeschiedenheit von der Außenwelt nicht das eigentliche Problem der modernen bzw. sanierten Häuser? Schlimmstenfalls verbunden mit dem Gefühl, unter einer Taucherglocke zu leben? Wenn es so ist, sollte man eine Lösung finden, die beiden Ansprüchen – Feng Shui und Energieeinsparung – gerecht wird. Dazu wäre meiner Meinung nach ein besserer Dialog zwischen beiden Disziplinen dringend nötig.

Leserbriefe

Szene: Neues Feng Shui Hotel in Berlin (Feng Shui Aktuell, 5/2008, S. 5)
Dies ist ein Artikel, der das Image von Feng Shui nicht fördert. Die Basics wurden nicht umgesetzt (Chi kommt nicht ins Haus und die Etagenflure sind dunkel). Das Südzimmer wurde in Rot gestaltet, auch das ist in meinen Augen sehr fraglich. Die geomantischen Aspekte können nur in wenigen Zimmern beachtet worden sein, weil die überwiegende Mehrzahl der Räume so winzig ist, dass man Betten nicht mal 10 cm versetzen kann. Die Farbphilosophie ist mir insgesamt unklar, da sie komplett allen Ausbildungen, die ich kenne, widerspricht. So wurden alle Bäder ausschließlich blau/weiß gefliest. Wo bleibt da unser Wunsch nach Harmonie, sprich Vorhandensein aller Elemente, in Räumen?
Peter Klimberg, FengShui-Architekt Berlin

Genießerecke (Feng Shui Aktuell, 6/2008, S. 51)
Ich möchte Sie hiermit bitten, etwas sensibler in der Rubrik „Genießerecke“ zu walten. Dort wird das Gericht „Rindergeschnetzeltes“ vorgestellt, ohne auch nur ein Wort darüber zu verlieren, dass das Fleisch – wenn schon darauf nicht verzichtet werden kann – aus einer ökologischen, einwandfreien Herkunft kommen sollte. Wenn Sie schon die Analysen von Feng Shui Kräften verbreiten wollen, dass mehr Menschen ihr Leben bewusster wahrnehmen, dann sollten Sie es auf keinen Fall unerwähnt lassen, dass die Herkunft und das Zustandekommen von Zutaten in der Essensbereitung eine äußerst markante Rolle, besser Schwingung einnimmt. Die Schwingung z.B. von einem Rind, das noch nie das Blau des Himmels gesehen hat oder bei der Tötung gelitten hat o.ä., spiegelt sich in der Schwingung des Fleisches wider, das wiederum der Verzehrer aufnimmt.
René Dericks, Münster



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Sommer 2011



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